Elektrifizierung

Quelle: https://www.aebi-schmidt.com

Der Umstieg auf Elektromaschinen bietet dem Galabau und Kommunen erhebliche Chancen, ist aber auch mit Herausforderungen verbunden, insbesondere in Bezug auf die anfänglichen Kosten und die Ladeinfrastruktur.

Die Elektrifizierung im Galabau und bei Kommunen: Chancen und Herausforderungen

Die Elektrifizierung von Maschinen und Anbaugeräten gewinnt im Garten- und Landschaftsbau (Galabau) sowie im kommunalen Bereich zunehmend an Bedeutung. Angetrieben durch strengere Emissionsvorschriften, das wachsende Umweltbewusstsein und die Aussicht auf geringere Betriebskosten stellt die Elektromobilität eine zukunftsweisende Alternative zu herkömmlichen Verbrennungsmotoren dar.

Vorteile der Elektromaschinen (E-Maschinen)

Die Nutzung von Elektromaschinen bietet sowohl ökologische als auch betriebswirtschaftliche Vorteile:

VorteilBeschreibungNutzen für Galabau/Kommunen
EmissionsfreiheitLokaler Betrieb ohne Ausstoß von CO², Stickoxiden oder Feinstaub.Erfüllung von Umweltauflagen (z. B. in Emissionsschutzzonen), Wettbewerbsvorteil bei öffentlichen Ausschreibungen.
LärmminderungE-Motoren arbeiten deutlich leiser als Verbrenner.Ermöglicht Arbeiten in lärmsensiblen Gebieten (Wohngebiete, Parks, Krankenhäuser) und zu Randzeiten. Geringere Lärmbelastung für Mitarbeiter und Anwohner.
Niedrigere BetriebskostenGeringere Energiekosten (Strom ist günstiger als Diesel/Benzin) und weniger Wartungsaufwand.Senkung der laufenden Kosten (Total Cost of Ownership – TCO) trotz höherer Anschaffungspreise.
Geringerer WartungsbedarfE-Motoren haben weniger bewegliche Teile (keine Zündkerzen, Ölwechsel, Filterwechsel).Reduzierung von Standzeiten und Wartungskosten.
Weniger VibrationenElektrische Antriebe verursachen geringere körperliche Belastungen für das Bedienpersonal.Besserer Gesundheitsschutz und ermüdungsfreieres Arbeiten.
UmweltimagePositive Wahrnehmung in der Öffentlichkeit und bei Auftraggebern (Klimaschutz).Stärkung des Unternehmens- bzw. des kommunalen Images als umweltbewusster Akteur.

Nachteile und Herausforderungen beim Umstieg

Trotz der klaren Vorteile sind bei der Anschaffung und Nutzung von E-Maschinen noch einige Herausforderungen zu bewältigen:

NachteilBeschreibungLösungsansatz/Betrachtung
Hohe AnschaffungskostenDie Investitionskosten für E-Maschinen sind oft deutlich höher als für vergleichbare Dieselmodelle.Nutzung von Fördermöglichkeiten; Berücksichtigung der niedrigeren TCO über die gesamte Nutzungsdauer.
Akkureichweite/-laufzeitDie Betriebsdauer ist durch die Akku-Kapazität begrenzt; die tatsächliche Laufzeit hängt stark von der Belastung ab.Wechselakkusysteme nutzen; Lademanagement in Arbeitspausen; bei starkem Leistungsbedarf Zwischenladen ermöglichen.
LadeinfrastrukturDie Bereitstellung von Lademöglichkeiten auf dem Betriebshof und gegebenenfalls auf Baustellen ist notwendig.Intelligente Ladeplanung; Aufbau von Ladesäulen, ggf. Nutzung mobiler Ladelösungen.
LadedauerDas Aufladen, insbesondere großer Maschinen, kann zeitintensiv sein.Optimierung des Ladevorgangs außerhalb der Spitzenarbeitszeiten (über Nacht) oder mithilfe von Schnellladetechnik.
Akkutausch/AkkukostenDer Akku ist ein teures Verschleißteil, dessen Austausch nach Ende der Lebensdauer hohe Kosten verursacht.Transparenz über die Akkugarantie und die zu erwartenden Austauschkosten einholen; auf Reparaturfähigkeit achten.
LeistungsdichteBei sehr leistungsintensiven Anwendungen kann die Leistung im Vergleich zu großen Dieselmaschinen mitunter noch nicht ganz mithalten.Einsatz von E-Maschinen zunächst für Aufgaben mit mittlerer und geringerer Leistungsanforderung.

Kostenbetrachtung und Rentabilität

Obwohl die Anschaffungskosten für elektrische Arbeitsmaschinen höher sind, können sich die Gesamtkosten (Total Cost of Ownership, TCO) über die Lebensdauer angleichen oder sogar unter die von Verbrennern fallen.

  1. Geringere Betriebskosten: Die Kosten pro Betriebsstunde sinken durch niedrigere Energiekosten und den Wegfall vieler Wartungsarbeiten (Öl, Filter, Riemen). Bei steigenden CO²-Preisen wird dieser Effekt noch verstärkt.
  2. Restwert: Der Restwert von Elektromaschinen wird langfristig voraussichtlich stabil bleiben oder steigen, insbesondere wenn Kommunen und Unternehmen emissionsfreie Technik bevorzugen.
  3. Förderungen: Staatliche und regionale Förderungen können die anfänglich hohen Investitionskosten signifikant abfedern.

Fördermöglichkeiten für Elektrifizierung

Um den Umstieg zu erleichtern, stehen verschiedene Förderprogramme auf Bundes- und Länderebene zur Verfügung. Wichtig: Förderanträge müssen in der Regel vor der Anschaffung der Maschinen gestellt und bewilligt werden.

Bundesprogramme (Auszug)

  • KfW-Förderung (z. B. KfW 295, „Energieeffizienz und Prozesswärme aus Erneuerbaren Energien“):
    • Dieses Programm kann unter anderem Investitionen in energieeffiziente Maschinen und Anlagen fördern. Je nach Modul und Unternehmensgröße sind Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite mit Tilgungszuschüssen möglich.
  • BAFA-Programme (z. B. Modul 6 „Energieeffizienz- und CO²-Einsparinvestitionen“):
    • Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bietet Zuschüsse für die Steigerung der Energieeffizienz. Dies schließt den Einsatz von energieeffizienten Elektromaschinen mit ein, insbesondere wenn eine Energieberatung vorliegt und CO²-Einsparungen nachgewiesen werden.
  • BG BAU Prämien:
    • Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) fördert oft die Anschaffung von Geräten, die den Arbeitsschutz verbessern. Dazu gehören häufig auch lärm- und vibrationsarme Elektromaschinen.

Spezifische Kommunalförderungen

  • Zuschüsse für Kommunen zur naturnahen Grünpflege: Einige Förderprogramme konzentrieren sich gezielt auf Maßnahmen zur Biodiversitätsförderung und zum Klimaschutz in Kommunen. Die Anschaffung leiser, emissionsarmer Technik kann hierbei förderfähig sein.

Länderprogramme

Fast alle Bundesländer bieten eigene regionale Förderungen an, die sich auf Umweltschutz, Klimaschutz oder die Digitalisierung und Modernisierung von KMU (kleine und mittlere Unternehmen, zu denen viele Galabau-Betriebe zählen) beziehen. Eine Recherche in der Förderdatenbank des Bundes ist ratsam, um regionale Angebote zu identifizieren.

Tipp: Unternehmen sollten sich an spezialisierte Fördermittelberater wenden, um die optimale Kombination von Zuschüssen und Krediten zu ermitteln und die Antragstellung korrekt durchzuführen. Siehe auch: Förderberatung


Fazit: Jetzt in die Zukunft investieren

Der Umstieg auf Elektromaschinen ist für den Galabau und Kommunen mehr als nur eine umweltpolitische Entscheidung; er ist eine strategische Investition in die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit. Während die anfänglichen Kosten eine Hürde darstellen, bieten die geringeren Betriebs-, Wartungs- und Energiekosten sowie die Attraktivität bei emissionssensiblen Ausschreibungen langfristig die Chance auf einen klaren Vorteil. Eine kluge Nutzung der verfügbaren Förderungen ist der Schlüssel, um die Wirtschaftlichkeit der Elektrifizierung schon heute zu sichern.